Aufenthaltsrechtliche Illegalität Beratungshandbuch 2017

Immer mehr Menschen sind aus verschiedenen Gründen gezwungen in “Illegalität”, das heißt ohne gültige Aufenthaltspapiere, in Deutschland zu leben. Fragen zum Schulbesuch der Kinder, Gesundheitsversorgung, Schwangerschaft oder Wohnraumanmietung uvm. sind oft nicht einfach zu beantworten. In dem Beratungshandbuch von DRK und Caritas finden sich Antworten auf solche Fragen und nützliche Handlungsentwürfe.

Aufenthaltsrechtliche Illegalität Beratungshandbuch 2017

“Wie viele »Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität« in Deutschland leben, ist nicht genau bekannt. Nach jüngsten Schätzungen sind es zwischen 180000 und 520000. Ihnen allen ist gemein, dass sie weder eine Aufenthaltserlaubnis besitzen noch eine Duldung oder eine Aufenthaltsgestattung und sich somit »illegal« in Deutschland aufhalten. Ihnen allen ist auch gemein, dass sie in ständiger Furcht leben, entdeckt, festgenommen und ausgewiesen zu werden. Und dass sie grundlegende Rechte nicht in Anspruch nehmen können.
Das Beratungshandbuch »Aufenthaltsrechtliche Illegalität« richtet sich an alle, die diese Menschen unterstützen – sei es im Rahmen ihrer Berufsausübung oder ehrenamtlich.
Dieses Handbuch wendet sich nicht nur an humanitäre Helferinnen der Migrationsarbeit, sondern auch an Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen, in Schwangerschaftsberatungsstellen, in öffentlichen und privaten Krankenhäusern, in Standesämtern und vielen anderen Einrichtungen und Behörden.
Rechte und Ansprüche von Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität sind auf einfachgesetzlicher Ebene oft widersprüchlich oder gar nicht ausgestaltet. Auch deswegen wird man an einigen Stellen in diesem Handbuch zu abweichenden Ergebnissen gelangen können. Dies erklärt auch die Formulierungen »grundsätzlich« oder »in der Regel«: Jeder Einzelfall ist anders. Wir haben versucht, uns an den Erfahrungen von humanitären Helferinnen vor Ort zu orientieren, um so den Lesern einen Leitfaden
zu geben. Dabei geben unsere Ausführungen die Rechtslage von Februar 2017 wieder.
Die Inhalte dieses Beratungshandbuchs wurden mit großer Sorgfalt erstellt.
Selbstverständlich will und kann dieses Handbuch jedoch, insbesondere bei komplizierten Rechtsfragen, den Gang zu einer Rechtsanwältin nicht ersetzen. Eine Haftung
für Aktualität, Korrektheit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen
wird nicht übernommen.

Mit diesem Handbuch soll die einfachgesetzliche Rechtslage für den Zugang zu zentralen Lebens- und Versorgungsbereichen von Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität skizziert werden. Nach einer kurzen Situationsanalyse geben wir Handlungsvorschläge, die jedoch nicht den Anspruch einer »Lösung« der Situation haben. Es folgt ein sicherlich nicht vollständiges Adressverzeichnis von Organisationen, Vereinen und Initiativen, die Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität unterstützen.” (aus dem Handbuch S 10 f.)

 

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